Die Angst vor der unsichtbaren Gefahr

Wovor ich in meiner Jugend richtig Angst hatte…

Angeregt durch eine Geschichte auf ntv.de, die ich sehr schön erzählt finde, wurde mir klar, dass wir damals in den 80er Jahren vor vielen Dingen Angst hatten, die wir nicht sehen konnten. Da gab es den saueren Regen, der die Wälder bedrohte, ein riesiges Ozonloch über Australien, die ständige Angst vor einem atomaren Weltkrieg und die Angst vor der radioaktiven Wolke bzw. dem ebenso aktiven Regen, die uns, nach dem „Vorfall“ in Tschernobyl begleitete. Auch die hohe Jugend-Arbeitslosigkeit, die damals ein schier unüberwindbares Problem schien, konnte mir nichts anhaben. Immerhin waren ja, lt. Norbert Blüm, die Renten „sicher“…

Aber zurück zu dem Super-Gau in Tschernobyl. Damals waren in unserer Schule Austauschschüler aus Paris (genauer aus Les Lilas) zu Gast und diese hatten einen ganz besonders entspannten Umgang zu der Bedrohung einer atomaren Verseuchung unserer Lebensmittel und unserer Körper. So sangen sie unentwegt und nahmen diese Bedrohung überhaupt nicht ernst. Mir war damals (bereits) irgendwie klar, dass es nur an der Informationspolitik eines zentralistisch regierten Staates liegen konnte. Einer Informationspolitik, wie man sie heute auch in vielen Staaten erlebt, wo die aktuelle Situation gerne mal verharmlost wird. Und ich bin wirklich kein Freund von Panikmache…!

Ich weiß nicht, ob ich nun froh sein soll, dass ich in Deutschland lebe und mir ist sehr bewusst, dass es auch hier an vielen Ecken und Enden etwas zu meckern gibt (zumindest aus der Komfortzone heraus betrachtet). Mir ist auch klar, dass die staatlich finanzierten Nachrichten nicht immer so richtig „unparteiisch“ sind, oder gar sein wollen. Dennoch habe ich die Wahl wo ich leben will. Zudem durfte ich eine kostenfreie Ausbildung genießen, die mich dazu befähigt vieles zu reflektieren und einiges zu hinterfragen.

Nur, was mach ich jetzt mit diesem Wissen und mit der Erfahrung aus der Vergangenheit? In den 70gern war ich leider noch zu klein, denn diese Zeit hätte ich gerne als Student miterlebt. Dann kamen die 80ger mit diesen vielen unsichtbaren Bedrohungen und einer für mich sehr oft spürbaren Zukunftsangst. Aber was soll´s, denn:

Hey, ich hab´ die 80ger überlebt! Sogar die Bundfaltenhosen konnten mir nichts anhaben 😉

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