Endstation EU-Außengrenze

Denken wir eigentlich nur noch an uns?

Nachdem man sich in Deutschland wochenlang darüber Gedanken gemacht hat, ob 2020 das „schlimmste Weinachten der Nachkriegszeit“ (lt. Armin Laschet) bevorsteht, wurden mal wieder die vielen Menschen vergessen, denen es überall auf der Welt derzeit so richtig beschissen geht. Wieder einmal muss man dafür gar nicht so weit weg schauen und wieder einmal findet eine humanitäre Katastrophe in Europa statt; diesmal in Lipa/Bihać (Bosnien). Auch diesmal interessiert es (fast) niemanden und das erschüttert mich zutiefst. Ja, mich erschüttert es auch, wenn in Deutschland Menschen hungern und erfrieren; oder aber in Griechenland, Indien, Afrika, Asien, Amerika, … egal wo. Doch was ich in Bosnien nicht verstehe ist die Tatsache, dass diese Region vor nicht allzu langer Zeit von einem Krieg erschüttert wurde und die Menschen zu Tausenden u. a. nach Deutschland flüchten mussten. Sind es jetzt die gleichen Familien, die sich jetzt vor Kasernen aufstellen um zu verhindern, dass hungernden und obdachlosen Menschen ein sicherer Platz in einer leeren Kaserne zu Verfügung gestellt werden kann? Einen Artikel dazu gibt es hier.

Wenn wir jetzt alle hoffen, dass wir bald wieder das „normale Leben“ mit Reisen, Konzerten, Theater- oder Restaurantbesuchen feiern können, wage ich gar nicht zu hoffen, ob Europa eines Tages zur Hochkultur der Menschlichkeit wird. Oder werden wir noch egoistischer? Getreu nach dem Motto: Hauptsache wir haben unseren Impfstoff und können uns darüber Gedanken machen, wer ihn zuerst bekommt; Hauptsache mir geht es gut?

Ich fürchte, es wird einfach nicht besser. Wer etwas tun will, dem empfehle ich die Organisation SpaceEye (ein Ableger von SeaEye): https://www.betterplace.org/de/organisations/36615-space-eye-e-v

Das Foto Copyright liegt bei: dpa/ Kemal Softic

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