Verhungern oder Corona?

Wir jammern hier auf hohem Niveau!

Diese Pandemie hat uns alle getroffen und viele haben Angst um ihren Job und alles was damit zusammenhängt. Diese Krise bringt uns aber leider auch dazu vermehrt nur noch an uns zu denken und so gehen viele Themen gehen verloren. Themen wie das Klima bzw. die Erderwärmung, vergessene Menschen in Lagern in Europa und hungernde Menschen auf dem ganzen Globus, …

Letztes Jahr im August war ich in Südafrika, einem Land dem man auch nachsagt, es sei das wirtschaftlich stärkste auf dem Kontinent. Ich war kein Tourist dort, sondern hatte einen Auftrag für ein Projekt und führte eine kleine Feldstudie durch. Das gab mir die Gelegenheit etwas tiefergehende Einblicke über die Probleme vor Ort zu bekommen. Auch durch die weiterhin bestehenden Kontakte, bekomme ich ab und an eine kleine Vorstellung davon, wie sehr dort die Existenzen von Tausenden Menschen bedroht sind.

Mein erster Gedanke, als die Krise hier anfing, galt den Menschen in den Townships, die ich besucht habe. Was wenn das Virus dort ausbricht? Wer wird oder kann den Menschen überhaupt helfen? Aber es fängt schon viel früher, bei der Kontakt- oder Ausgangssperre an. Denn das, was hier ganz gut klappt (sofern man überhaupt ein Dach über dem Kopf hat), kann und wird in solchen Sozialräumen nicht funktionieren.
Die Menschen müssen jeden Tag raus auf die Straße, damit sie vielleicht einen Tageslohn von wenigen Euro verdienen können. Und natürlich bekommt man nicht jeden Tag eine Arbeit oder findet etwas, was man verkaufen kann. Drinnen bleiben um sich und die Familie zu schützen ist einfach nicht machbar! Was für ein Dilemma…

Stell dir vor du hast die Wahl zwischen Verhungern oder Corona, woran du wahrscheinlich auch sterben wirst. Also Pest oder Cholera?

P. S. Hier noch ein Artikel zu dem Thema: https://www.n-tv.de/panorama/Afrikas-Armste-treffen-Ausgangssperren-hart-article21720281.html

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